Schritt für Schritt in eine bessere Zukunft
Mit unseren Zukunftsschritten geben wir dir immer freitags einen ganz konkreten Impuls, was du tun kannst, um zu einer besseren Zukunft für alle beizutragen. Von Aktionen in deinem direkten Umfeld bis hin zu Handabdruck-Maßnahmen, die das System verändern.
Wenn du Schulkinder hast oder hattest, oder einfach nur in der Nähe einer Schule wohnst, kennst du das: Elterntaxis sind ein echtes Problem. Um ihre Kinder vor den Gefahren des Straßenverkehrs zu schützen, bringen viele Eltern den Nachwuchs jeden Morgen mit dem Auto zur Schule – und werden dabei selber zu der Gefahr, vor der sie ihre Kinder schützen möchten. Denn das hohe Verkehrsaufkommen rund um die Schulen erhöht das Risiko für Verkehrsunfälle gewaltig. In dem Glauben, ihren Kindern etwas Gutes zu tun, verhindern die „Taxi-Eltern“ außerdem, dass ihre Kinder schon früh lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Was ja auch außerhalb des Schulwegs (leider) zu den wichtigsten Lernfeldern gehört.
Wie wäre es, wenn die Kinder stattdessen mit dem Fahrrad zur Schule fahren würden? Und das gemeinsam, sicher und mit jeder Menge Spaß? Das geht mit dem BiciBus.
Was ist ein BiciBus?
Entstanden ist die Idee des BiciBus (oder auch Bike Bus) wohl in England. Berühmt wurde das Konzept, als es in Barcelona aufgegriffen wurde, deshalb ist heute der spanische Begriff BiciBus (bici(cleta) = Fahrrad) weit verbreitet.
Auch wenn er so heißt: Der BiciBus, also ein Fahrradbus, ist kein Bus, sondern eine Gruppe von Kindern, die gemeinsam, begleitet von Erwachsenen oder älteren Schüler*innen, mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Wie ein Bus hat auch der BiciBus festgelegte Abfahrtszeiten und eine festgelegte Route, so dass auf dem Weg weitere Kinder mit „einsteigen“ können.
Genauso einfach wie genial!
Wie findest du mehr Informationen?
Deine Hauptanlaufstelle, wenn du in deinem Stadtteil selber einen BiciBus starten möchtest, ist die Website der bundesweiten Initiative bicibus.de. Dort gibt es jede Menge Infos, Videos und sogar die Möglichkeit, an einem zweistündigen Workshop teilzunehmen. Wenn du dich bei der Initiative meldest, bekommst du außerdem Checklisten, das BiciBus-Logo für deine Kommune und weitere Beratung durch regelmäßige Netzwerktreffen. Und du kannst deine BiciBus-Aktionen – egal ob einmalig oder regelmäßig – eintragen lassen, so dass sie mit Kontakt auf der BiciBus-Website zu finden sind.
Eine Kurzzusammenfassung mit Anleitung für das Starten eines BiciBus findest du ergänzend auch beim Netzwerk Move.
Wie funktioniert das konkret?
- Im ersten Schritt solltest du dir Mitstreiter*innen suchen: gleichgesinnte Eltern, Lehrer*innen oder ältere Schüler und Schülerinnen, die mitplanen, organisieren und natürlich auch mitfahren möchten.
- Überlegt euch sinnvolle Routen und Orte für Haltestellen – am besten gemeinsam mit anderen Eltern oder mit der Schulverwaltung. Die weiß am besten, aus welchen Stadtteilen wie viele Schüler*innen kommen. Vielleicht gibt es für eure Schule ja auch bereits einen Schulwegeplan, den ihr nutzen könnt? Für die Suche nach geeigneten Strecken und die Berücksichtigung von Gefahrenstellen kann auch der Routenplaner unter schulwege.de hilfreich sein.
- Bastelt gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Haltestellenschilder – möglicherweise gibt es hierfür ja auch Raum in der Projektwoche oder im Unterricht, integriert in ein Unterrichtsthema?
- Legt fest, wer den BiciBus begleitet – Erwachsene und/oder ältere Schüler? Wenn es nicht bei einem Einzelevent bleiben soll, macht Verfügbarkeits- und Zuständigkeitspläne, damit der BiciBus regelmäßig und zuverlässig stattfinden kann.
Und wenn alles steht: Informiert Eltern und Schüler*innen. Dabei bietet es sich an, nicht nur die organisatorischen Details wie Strecken, Haltestellen und Abfahrtspläne zu kommunizieren, sondern auch über Begleitung, Sicherheit und Regeln für das Mitfahren zu informieren.
Wie kannst du einen BiciBus starten?
Eine gute Gelegenheit, um einen BiciBus zu starten, kann eine Projekt- oder Aktionswoche der Schule sein. Oder ihr vereinbart direkt von Anfang an einen regelmäßigen Termin – z. B. jeden Freitag oder immer den ersten Montag im Monat.
Wichtig: Wenn du einen BiciBus starten möchtest, musst du dich nicht sofort für das ganze Jahr oder gar für jeden Morgen verpflichten. Auch eine einmalige Aktion, zum Beispiel zum Schuljahresbeginn, kann schon dazu beitragen, das Fahrrad als Transportmittel zur Schule in den Fokus der Schüler*innen und Schüler zu rücken.
Vielleicht entstehen daraus kleine gemeinsame Mitfahrgruppen, die sich selbst organisieren. Oder das Ganze macht allen Beteiligten so großen Spaß, dass es von alleine weitergetragen wird. Mach dir also keinen Stress, sondern lass dich einfach darauf ein und schau, was daraus wird.
BiciBus für Erwachsene?
Ein BiciBus funktioniert natürlich nicht nur für Schüler*innen. In Portland zum Beispiel gibt es eine City Bike Bus, in dem Angestellte der Stadtverwaltung an jedem vierten Mittwoch im Monat auf acht Routen gemeinsam in die Innenstadt fahren. Und auch hier gilt: Jede*r kann mitmachen und einfach einsteigen!-
Was bewirkt das?
- Schüler*innen und Eltern erleben selbst, dass Fahrräder eine gute Alternative zum Elterntaxi sind.
- Die Kinder lernen im geschützten Rahmen, wie sie sich in ihrem Stadtteil orientieren und werden dabei selbstständiger und sicherer beim Fahrradfahren.
- Weniger gefährliche Elterntaxis blockieren die Straßen rund um die Schule.
- In der Gruppe mit dem BiciBus fahren macht einfach Spaß!
- Gemeinsam leistet ihr einen Beitrag zur Verkehrswende und zu klimafreundlicher Mobilität.
Gemeinsam sind wir stärker.
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Los geht’s!
Headerbild: bicibus.de
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Veröffentlicht oder zuletzt aktualisiert am 07.08.2026





