Organisiere einen Straßen-, Hof- oder Dorfflohmarkt

Ist dein Keller, Dachboden oder Abstellraum auch voll mit Sachen, die du eigentlich nicht mehr brauchst? Und gleichzeitig wünschst du dir Ersatz für die Vase, die letztens zerbrochen ist? Oder mal wieder ein neues Bild über dem Esstisch?

Klingt nach: Ab auf den nächsten Flohmarkt! Wobei, die ganze Schlepperei kann ganz schön anstrengend sein. Wäre doch viel praktischer, wenn der Flohmarkt direkt vor der Tür stattfände, oder?

Kein Problem, auch das geht: beim Straßenflohmarkt, Dorfflohmarkt, Hofflohmarkt oder Stadtteilflohmarkt. Egal, wie du es nennst – Hauptsache, du kannst direkt in deinem Garten, deinem Innenhof oder deiner Garage mitmachen.

Vielleicht findet ja dieses Frühjahr ein Straßenflohmarkt bei dir statt? Und wenn nicht? Dann kannst du auch selber einen organisieren! Damit du direkt loslegen kannst, haben wir dir einen 5-Punkte-Plan zusammengestellt.

5 Schritte zu deinem Straßen- oder Dorfflohmarkt

1. Mitstreiter*innen finden

Damit du nicht alles allein organisieren musst und weil so ein Flohmarkt ja ein Nachbarschaftsprojekt sein soll, such dir als erstes Mitstreiter*innen. Also Nachbar*innen, die mitorganisieren, denn zusammen geht alles dreimal so schnell und macht viel mehr Spaß.

Wenn du noch keinen direkten Draht in die Nachbarschaft hast, kannst du auf nebenan.de fragen, wer mithelfen möchte. Oder du hängst ein paar Zettel an Straßenlaternen, an der Bushaltestelle oder im Supermarkt auf.

2. Flohmarktbereich festlegen und Termin finden

Vielleicht liegt in deinem Dorf oder Stadtteil auf der Hand, wo der Flohmarkt hingehört. Wenn nicht, leg den Bereich genau fest. Die Erfahrung spricht dafür, den Flohmarktbereich lieber nicht zu groß zu halten, damit es sich nicht verläuft.

Als Termin eignet sich ein Wochenendtag im Frühling oder Herbst, idealerweise außerhalb von Schulferien oder langen Wochenenden. Wenn es in angrenzenden Stadtteilen schon Flohmarkttermine gibt, sollten die sich nicht mit eurem überschneiden – schließlich möchtet ihr auch gerne Besucher*innen aus der erweiterten Nachbarschaft anlocken.

Auch auf einen Kernzeitraum solltet ihr euch einigen, damit alle Beteiligten sich besser darauf einstellen können. Wählt ihn nicht zu lang, 10-16 Uhr oder 11-17 Uhr reicht meist völlig aus.

3. Eine Anlaufstelle einrichten

Sowohl für interessierte Besucher*innen als auch für die Nachbarschaft, die mit eigenen Ständen mitmachen möchte, braucht es in der Planungsphase Irgendeine Form von zentraler Anlaufstelle für Informationen und Rückfragen. Das kann eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse sein, noch besser ist natürlich eine kleine Website. Vielleicht gibt es eine Organisation, an die ihr euch dranhängen könnt? Zum Beispiel die Kirchengemeinde, einen Dorfverein oder das Nachbarschaftszentrum im Stadtviertel?

Welche Infos diese Anlaufstelle mindestens bieten sollte:

  • Wann und wo findet der Flohmarkt statt?
  • Wie und wo kann man sich anmelden?
  • Wer kann mitmachen und worauf muss man dabei achten?
Standübersicht mit umap

4. Veranstaltung bei Stadt oder Kommune ankündigen

Straßen- oder Dorfflohmärkte sind leicht auf die Beine zu stellen, weil man dafür in der Regel keine Genehmigung seitens der Stadt braucht, solange

  • die Stände auf Privatgrundstücken aufgebaut werden,
  • kein kommerzieller Verkauf stattfindet und
  • keine Lebensmittel und Getränke verkauft werden (die Abgabe von selbstgebackenem Kuchen gegen Spende ist in der Regel kein Problem).

Informier dich auf jeden Fall kurz bei deiner Stadt oder Kommune, wie die Bedingungen vor Ort sind. Auch wenn die Veranstaltung nicht genehmigt werden muss, solltet ihr sie zumindest formlos ankündigen. Dann wissen zum Beispiel Polizei und Feuerwehr Bescheid, warum hier plötzlich deutlich mehr Menschen unterwegs sind als sonst.

5. Werbung und Weitersagen

Um möglichst viele Nachbar*innen zum Mitmachen zu motivieren und am Flohmarkttag möglichst viele Besucher*innen anzulocken, muss er natürlich bekannt werden.

Flyer und Plakate verteilen

Wenn ihr etwas Geld dafür habt, lasst ein paar Flyer drucken und werft sie in die Briefkästen der Nachbarschaft. Natürlich könnt ihr auch beim Bäcker, Kiosk oder Friseur fragen, ob ihr kleine Plakate oder Ausdrucke als Werbung für den Flohmarkt aufhängen dürft.

Bestehende Strukturen und Netzwerke nutzen

Redet mit allen, die ihr kennt, über euren Plan. Und hängt euch außerdem an bestehende Strukturen an: zum Beispiel den Newsletter des örtlichen Heimatvereins, den Veranstaltungskalender der Stadt, oder das Schwarze Brett auf dem Dorfplatz.

Wenn ihr den Flyer in digitaler Form zur Verfügung stellt, können Nachbar*innen ihn in ihren Messengerstatus stellen und selber Werbung machen. Oder ihr stellt den Flohmarkt als Veranstaltung auf nebenan.de ein.

Übrigens: Wenn du einen Dorfflohmarkt veranstaltest, kannst du ihn auch auf dorfflohmarkt-online.de eintragen.

Lokalzeitung informieren und einladen

Sichtbarkeit für den Flohmarkt bekommt ihr auch, wenn ihr die Lokalzeitung anruft oder ihr schreibt. Das kann eine kurze Pressemitteilung mit den wichtigsten Infos zu „was, wann, wo“ oder eine E-Mail sein. Darin könnt ihr auch anbieten, ein kurzes Interview zu führen. Und wenn ihr die Lokalzeitung zum Flohmarkt einladet, bekommt ihr vielleicht auch im Nachhinein noch einen schönen Bericht über eure Veranstaltung.

Am Flohmarkttag

So, die Nachbar*innen sind mobilisiert, die Dachbodenschätze abgestaubt und die ausrangierte Kinderkleidung sortiert? So sorgt ihr dafür, dass der Flohmarkttag für alle unvergesslich wird:

Bunt und fröhlich

Besorgt ein paar Luftballons, bastelt Girlanden, malt Wegweiser mit Kreide auf die Straße – kurz: Macht auf die Stände aufmerksam. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn sie versteckt im Garten oder Hinterhof stattfinden.

Spontane Besucher*innen lockt ihr mit ein paar Plakaten und Pfeilen am Rande des Flohmarktbereichs an.

Begegnungsorte schaffen

Das Schönste am Stadtteilflohmarkt ist das Zusammentreffen mit der Nachbarschaft. Und einfacher war es noch nie: Stellt einfach ein paar Gartenstühle oder einen Stehtisch vor die Tür und bietet einen Kaffee oder ein paar Muffins (zum Beispiel gegen Spende) an. Die Gespräche ergeben sich in dieser Atmosphäre von ganz alleine.

Gemeinsam sind wir stärker.

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Los geht’s!

Alle Bilder: Privat

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Katja
Katja
Katja

Hoffnung kommt durch Handeln. Dieses Motto hilft Katja morgens aus dem Bett. Seit sie begonnen hat, ihren Alltag durch die "Was kann ich tun"-Brille zu betrachten, hat sie wieder Hoffnung. Und am meisten Hoffnung geben ihr die Begegnungen, die sie dank Content4Future und My Friday hat. Deshalb schreibt sie am allerliebsten hier. Auch wenn sie andernorts ebenfalls mit Schreiben ihr Geld verdient.

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