Schritt für Schritt mehr Klimaschutz
Mit unseren Klimaschritten geben wir dir immer freitags einen ganz konkreten Impuls, was du tun kannst, um zu mehr Klimaschutz beizutragen. Von deinem persönlichen CO2-Fußabdruck bis hin zu Klima-Handabdruck-Maßnahmen, die das System verändern.
Frauenstreik? Geht’s hier nicht um Klimaschutz?
Richtig. Aber zwischen Frauenrechten und Klimaschutz gibt es leider erschreckend viele Zusammenhänge. Die haben wir in unserem Hintergrundartikel „Warum Frauen* eine besondere Rolle in der Klimakrise haben“ ausführlicher beleuchtet.
Wenn du den Artikel gelesen hast, weißt du, warum du JETZT laut werden und dich für mehr Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit einsetzen solltest. Übrigens ganz egal, welchem Geschlecht du dich zugehörig fühlst.
9. März: Frauenstreik!
Die beste Gelegenheit hast du in ein paar Wochen: Denn am 9. März ist Frauenstreik. Zahlreiche Initiativen rufen zu Demonstrationen und Aktionen auf. Und natürlich wird der Streik besonders wirksam, wenn richtig viele Frauen mitmachen. Aber wie geht das genau?
Streike zu Hause und in deinem Umfeld
Ohne unbezahlte Arbeit würde unser Gesellschaftssystem sofort zusammenbrechen. Kinder erziehen, Haushalte am Laufen halten, Kranke und Alte pflegen und die vielen kleinen und großen ehrenamtlichen Aufgaben in Schule, Nachbarschaft und Gemeinde sind das Gerüst, auf dem alles andere balanciert. Und der Großteil davon wird von Frauen getragen.

Also: Übernimm am 9.3. keine Care-Arbeit. Das heißt:
- Keine Kinder betreuen.
- Nicht für andere kochen (und auch nicht am Tag vorher vorkochen!).
- Nicht aufräumen oder die gemeinsame Wohnung putzen.
- Nicht für andere einkaufen.
- Nicht erinnern, organisieren, Mental Load übernehmen.
- Nicht pflegen (es sei denn natürlich, es ist absolut notwendig.)
Besonders wichtig: Sag, dass du etwas nicht tust und warum du es nicht tust:
„Heute ist Frauenstreik.“
Streike auf der Straße
Es ist schön, wenn deine Familie merkt, dass sie ohne deinen Einsatz aufgeschmissen ist. Aber beim Frauenstreik geht es nicht um unsere persönlichen Einschränkungen und Belastungen. Es geht um das gesamte System. Deshalb kannst du natürlich auch mitstreiken, wenn du keine Familie zu versorgen hast. Und deshalb soll der Streik auch in der Öffentlichkeit möglichst sichtbar werden. Also geh raus. An vielen Orten gibt es Demonstrationen und andere öffentliche Aktionen. Geh hin, mach mit, werde laut. (Wenn das deine erste Demo ist, haben wir hier noch ein paar Tipps für dich.)
Ob es in deiner Stadt Aktionen oder Demonstrationen gibt, kannst du zum Beispiel bei den folgenden Organisationen sehen:
Streike auf der Arbeit
Natürlich sind Frauen* nicht nur in der Care-Arbeit unverzichtbar. Wenn wir alle einen Tag lang die (bezahlte) Arbeit niederlegen, wird sich das massiv auswirken und das Land lahmlegen. Deshalb ist es großartig, wenn du am 9. März nicht zur Arbeit gehst – zum Beispiel, um an Demonstrationen und anderen Aktionen teilzunehmen.
Aus arbeitsrechtlicher Sicht kannst du leider nicht einfach so streiken gehen. Politische Streiks und Generalstreiks gehören in Deutschland nicht zu den geschützten Streikformen, gelten als unzulässig oder sind zumindest umstritten (Lies mehr bei bundestag.de | Bundeszentrale für politische Bildung | GEW).
Weil der Frauenstreik kein arbeitsrechtlicher Streik ist, dürfen auch Gewerkschaften nicht öffentlich dazu aufrufen. Trotzdem unterstützt ver.di den Frauenstreik mit allen Möglichkeiten, die ihnen neben diesem offiziellen Aufruf zur Verfügung stehen, und hat bereits in einigen Unternehmen Freistellungen bewirken können.
Für dich bedeutet das:
Sprich vorab mit deinem Arbeitgeber und kläre, welche Möglichkeiten du hast. Vielleicht hast du Glück und er stellt dich frei. Wenn nicht, kannst du vielleicht Überstunden abbauen oder dir freinehmen. Wie du dich engagierst und organisierst, kannst nur du entscheiden, weder wir noch die Organisationen, die vor Ort Demos und andere Aktionen veranstalten, können dafür Verantwortung übernehmen.
Streike mit Freundinnen und anderen Verbündeten
Am besten gehst du nicht alleine zur Demo, sondern nimmst möglichst viele andere mit. Frag deine Mutter, deine Töchter, deine Schwester, deine Nachbarinnen, die Sportgruppe und natürlich deine Freundinnen. Du kannst unser SharePic in deinen Messenger stellen oder besser noch gezielt alle Frauen in deinem Umfeld anschreiben und zum Mitkommen auffordern.
Organisiere einen Treffpunkt für Frauen*
Es muss nicht immer eine gigantische, polizeilich angemeldete Demo sein. Vielleicht kannst du einfach in deinem Dorfcafé ein großes Frauenfrühstück organisieren. Oder du organisierst eine Film-Matinée mit der großartigen, mutmachenden Dokumentation „Ein Tag ohne Frauen.“
Vor 50 Jahren in Island
Am 24. Oktober 1975 stand in Island das ganze Land still. Damals streikten 90 % (!) der isländischen Frauen für mehr Gleichberechtigung. Und sie veränderten damit das Land. Die Geschichte des isländischen Frauenstreiks haben die Filmemacherinnen Hrafnhildur Gunnarsdóttir und Pamela Hogan in ihrem Dokumentarfilm „Ein Tag ohne Frauen“, engl. „The Day Iceland Stood Still“) erzählt. Den Film gibt es derzeit in der ARD Mediathek, er wird im Umfeld des Streiktags aber auch an verschiedenen Orten zu sehen sein, schau dich um.

Am Jahrestag des Frauenstreiks streiken Frauen am 24. Oktober 2005 in Reykjavik.
Foto: Magnus Fröderberg/norden.org, CC BY 2.5 DK, via Wikimedia Commons
Nimm dir einen Tag für dich
Vielleicht möchtest du gerne ein Zeichen setzen, indem du am Streiktag niemandem zur Verfügung stehst, bist aber kein Fan von großen Gruppen oder gar Menschenmengen? Dann kannst du dir auch einfach einen Tag für dich Zeit nehmen. Geh spazieren, lies ein gutes Buch (am besten eins von Frauen) oder mach sonst irgendwas, was dir gut tut.
Mitmachen. Mitnehmen. Verändern.
Ganz egal, ob du den ganzen Tag Demonstrationen organisierst oder einfach nur deine Familie sich selbst überlässt: Hauptsache, du machst mit. Und Hauptsache, du redest darüber. Am besten ziehst du noch ein paar weitere Frauen aus deinem Umfeld mit. Wenn wir alle das tun, wird der Frauenstreik richtig groß. Nicht nur der Streik in Island hat gezeigt: Frauen können die Welt verändern. Also auf!
Was bewirkt das?
- Je mehr Frauen streiken, desto klarer wird: Ohne uns steht die Welt still.
- Das Thema Gleichberechtigung und Frauenrechte bekommt mehr Sichtbarkeit.
- Wir vernetzen uns und stärken uns gegenseitig.
- Gemeinsam aktiv zu werden, gibt Hoffnung.
- Wir bauen Strukturen auf, die uns ermöglichen, die Systemveränderung weiterzutreiben.
Los geht’s!
Headerbild: Gayatri Malhotra via unsplash
Gemeinsam sind wir stärker.
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Veröffentlicht oder zuletzt aktualisiert am 13.02.2026




